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Geschichte und Entwicklung der Neurochirurgischen Klinik am Kantonsspital St. Gallen

01.01.1970: Gründung der Klinik für Neurochirurgie und Neurologie – erster Chefarzt Prof. Dr. med. Gerhard Weber

Prof. Weber wurde 1914 in Basel geboren, 1939 legte er das Staatsexamen und das Doktorat ab. 1943 war er zunächst Assistenzarzt, dann Oberarzt in der Neurochirurgie am Universitätsspital Zürich. Dort verblieb er mit Unterbrechungen bis zum Jahr 1970. 1954 erfolgte die Habilitation, schliesslich die Ernennung zum Titularprofessor. 1969 war er zeitweise Konsiliararzt für das Schweizerische Rote Kreuz in Lagos/Nigeria. Prof. Weber hielt sich mehrmals an renommierten amerikanischen Universitäten zu Forschungsaufenthalten auf. Er arbeitete zudem auch am Institut für Hirnforschung der Universität Zürich. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte waren Diagnostik und Behandlung der Hirntumoren und Hirnabszesse. Er war ein imponierender akademischer Lehrer und Förderer in vielerlei Hinsicht. Er trat in den Ruhestand 1974. Prof. Weber verstarb 2009.

1970 – 1972

Die Klinik für Neurochirurgie und Neurologie erhielt 45 Betten von der Orthopädischen Klinik und war zunächst im Haus 03 untergebracht. Schwerpunkte: Schädelhirntrauma, Hirntumore, Degeneration der Wirbelsäule. Im ersten Jahr wurden 1000 Patienten betreut, 444 Operationen durchgeführt. Das Team bestand aus einem Chefarzt (Prof. Weber), einem Oberarzt (Dr. med. Arnaldo Benini) und vier Assistenten.

 

Gründung des Instituts für Elektroenzephalografie und Elektromyografie sowie klinische Neurophysiologie, Chefarzt unter Prof. Dr. med. Ketz, ehemals Oberarzt Neurologie, Universitätsspital Zürich.

 

6 Betten für neurochirurgische Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation.

1973 – 1974

Ein neuer Schwerpunkt wird gegründet: Chirurgie des peripheren Nervensystems (erste Neurochirurgische Klinik in der Schweiz, die sich dieser Thematik schwerpunktmässig widmet).

Prof. Weber wird zum Beauftragten für die medizinische Ausbildung und Vorbereitung der medizinischen Akademie ernannt.

01.01.1975

Prof. Dr. med. Friedbert Scharfetter wird zum neuen Chefarzt der Neurochirurgischen Klinik gewählt. Er leitet die Klinik als Co-Chefarzt noch zusammen mit Prof. Weber, der noch für ein Jahr zur Verfügung steht.

 

Prof. Dr. med. Friedbert Scharfetter wurde 1936 in Innsbruck geboren. Er promovierte 1960 in Innsbruck. Seine Weiter- und Fortbildung im Bereich Neurochirurgie erfuhr er an der Neurochirurgischen Klinik des Universitätsspitals Zürich. 1966 übernahm er die Chefarztvertretung in der Neurochirurgischen Klinik der Universität Innsbruck. Er hatte dieses Amt in Innsbruck bis 1974 inne und habilitierte sich im gleichen Jahr dort. Der Rücktritt von der Chefarztposition Neurochirurgie St. Gallen erfolgte für Herrn Prof. Scharfetter im Jahr 1997.

1975

Zwei neue Kliniken werden gegründet durch Trennung der Klinik für Neurochirurgie und Neurologie in die beiden Fachkliniken. Umzug in das Haus 04, 40 Betten stehen der Neurochirurgie zur Verfügung, ein Operationssaal im 18. Stock des Hauses 04, vorläufig noch bis Ende der 70iger-Jahre keine Computertomografie. Das ärztliche Team: ein Chefarzt, ein Leitender Arzt, ein Oberarzt, vier Assistenzärzte/-ärztinnen.

1977

Prof. Dr. med. Arnaldo Benini wird zum stellvertretenden Chefarzt ernannt. Prof. Benini wurde 1938 in Ravenna geboren. Sein Medizinstudium absolvierte er in Florenz. Danach war er für ein Jahr chirurgischer Assistenzarzt im Spital Winterthur um dann in die Neurochirurgische Klinik zu Prof. Krayenbühl zu wechseln. Dort wurde er ausgebildet bis zum Jahr 1970, anlässlich des Antritts der Oberarztstelle in der Neurochirurgie St. Gallen. Prof. Benini habilitierte sich 1979. Er trug zu zahlreichen Entwicklungen in der Neurochirurgischen Klinik bei. Er widmete sich der Chirurgie des peripheren Nervensystems, er führte die transsphenoidale Hypophysen-Chirurgie ein. Er forcierte die Chirurgie an der Wirbelsäule mit grossem Engagement im klinischen wie auch wissenschaftlichen Bereich.

1982

Zwei Operationssäle im Haus 04, 18. Stock werden etabliert. Zunahme der spinalen Eingriffe bis auf zwei Drittel der Gesamtzahl. Personelle Probleme unter anderem durch fehlende Anerkennung der Klinik als Weiterbildungsstätte.

1988

Jährlich 1100 Operationen, 2200 stationäre behandelte Patientinnen und Patienten, 2100 ambulantbehandelte Patientinnen und Patienten, Personalbestand wie 1970.

1993

Einführung der transsphenoidalen Hypophysenchirurgie durch Prof. Benini.

Einführung der stereotaktischen Technik durch Dr. Steinsiepe.

1994

Prof. Benini wechselt in die Schulthess Klinik, Zürich. Nachfolger: Oberarzt Dr. med. Raoul Heilbronner.

01.01.1997

Prof. Dr. med. Gerhard Hildebrandt übernimmt die Chefarztposition.

 

Gerhard Hildebrandt wurde am 27.10.1952 in Giessen, Deutschland, geboren. Am 31.10.1980 Erteilung der Approbation als Arzt, 1981 Abschluss des Promotionsverfahrens. 1980 – 1981 Assistenzarzt an der Neurologischen Klinik der Justus-Liebig-Universität. Ab 1982 Assistenzarzt an der Neurochirurgischen Klinik dieser Universität. 1987 Anerkennung als Arzt für Neurochirurgie, 1989 – 1990 Einleitung des Habilitationsverfahrens und Antrittsvorlesung. Seit 1997 C3-Professor für Neurochirurgie und Oberarzt an der Universität zu Köln. Seit 1994, Leitender Oberarzt an dieser Klinik und am 29.04.1997 Wahl zum Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen.

1999

Erreichen des A-Status für die Klinik, Einführung der Endoskopie, der intraoperativen Elektrophysiologie, des Ultraschall-Saugers, der invasiven Schmerztherapie, eines dritten Operationstisches und Intensivierung der interdisziplinären Kolloquien.

2001

Einführung der Neuronavigation, der intraoperativen Doppler-Sonografie, Lehrauftrag an der Universität zu Köln für das Fachgebiet Neurochirurgie, Teilnahme am Erasmus-Programm.

2003

Enge Kooperation mit dem Röntgeninstitut und Etablierung der endo-vaskulären Therapie.

2005

Organisation und Durchführung des Jahreskongresses der Schweizerischen Gesellschaft für Neurochirurgie in St. Gallen.

2004 – 2007

G. Hildebrandt – Präsidentschaft der Schweizerischen Gesellschaft für Neurochirurgie.

 

Einführung der Arthroplastie an der Wirbelsäule, Fluoreszenz-Technik, ICG, interventionelle Neuroradiologie erweitert, Beginn der endoskopischen Schädelbasis-Chirurgie.

2007

Etablierung der minimal-invasiven Wirbelsäulenchirurgie, Etablierung der Tiefenhirnstimulation mit nachfolgendem Einsatz der MRI-gesteuerten Hochenergie-Ultraschall-Anwendung am Schädel durch Oberarzt Dr. Bauer in Kooperation mit der Klinik für Neurologie (Leitender Arzt Dr. med. Stefan Hägele-Link).

2009

Akkreditierung der Klinik durch die Union Européenne des Médecins Spécialistes.

2010

Intensivierung der Auslandsaufenthalt verschiedener Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Sinne des Fellowships.

2010 – 2013

Mitgliedschaft des Chefarztes in der Geschäftsleitung.

2012

Einführung des neuen Tarifierungssystems nach DRG.

2013

Neugliederung der Klinik in drei Fachbereiche:

Fachbereich 1 (Prof. Hildebrandt, Oberarzt Dr. Surbeck) funktionelle Neurochirurgie, invasive Schmerztherapie.

Fachbereich 2 (Dr. Heilbronner, Oberarzt mbF Dr. Dreeskamp), komplexe spinale Chirurgie, Fachbereich 3 (Dr. Fournier, Oberarzt mbF Dr. Richter) Schädelbasischirurgie, neuro-vaskuläre Neurochirurgie, pädiatrische Neurochirurgie, Intensivmedizin, periphere Nervenchirurgie.

 

Einführung des invasiven Neuromonitorings auf der Intensivstation (Oberarzt Dr. Seule).

2014

Einführung der Wachkraniotomie durch Oberarzt Dr. Surbeck.

Dann haben wir noch weitere Spezialgebiete, die im Zentrum der Weiterentwicklung stehen: Chirurgie der Syringomyelie, die komplexe Rückenmarkschirurgie inkl. DREZ-Technik, Schädelbasis-Chirurgie, Intensivierung der Publikationstätigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie anhand des Jahresberichts ausgewiesen.

Organisatorische Themen: Umsetzung des Arbeitsgesetzes und die Regulationen im Rahmen der hochspezialisierten Medizin sowie die Entwicklung des Projekts Spinal Unit in Kooperation mit der Klinik für Orthopädie am KSSG.

01.01.2016

Übernahme der Chefarztfunktion Frau PD Dr. med. Astrid Weyerbrock.

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